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News-Ticker

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Chronik

Dorfchronik


Steinzeitfunde

ca. 10.000 v. Chr.

 

Magdalénien:

Schon vor rund 13.000 Jahren, in der jüngeren Altsteinzeit, lebten Menschen im Bereich des heutigen Oelknitz und hinterließen ihre Spuren. Bei archäologischen Grabungen am Sandberg (Helenenberg) wurden beispielsweise in Elfenbein geschnitzte Frauenstatuetten („Venus von Oelknitz“) und in Stein geritzte Wildpferd-Skizzen geborgen. Die steinzeitlichen Jäger fanden hier im Saaletal offenbar hervorragende Jagdbedingungen. Sie erlegten vor allem Wildpferde, Hasen und Füchse, gelegentlich aber auch einmal ein Wollnashorn oder ein Mammut, wie Knochenfunde bei der Ausgrabung belegten. Wer die Zeugnisse unserer Vorfahren gerne im Original sehen möchte, sollte sie in Weimar besuchen, im Museum für Ur- und Frühgeschichte des Landesmuseums Thüringen.

 

Museum für Ur- und Frühgeschichte

Oelknitz: H-Arnold-TLDA - online-C


Zeichnung

Oelknitz: H-Arnold-TLDA - online-C

Eiszeitliche Venusstatuette

Frauenstatutten, Stein

Frauen-Statuetten im Museum für Ur- und Frühgeschichte, Weimar (Foto Paul Seidel)

Urkundliche Erwähnung Rothenstein

786

 

Im Breviarium Sancti Lulli, einem Güterverzeichnis (um 815) des Klosters Hersfeld, wurde Rodostein erstmals urkundlich erwähnt. Der Benediktiner Lullus († 786) war Erzbischof von Mainz und erster Abt des Hersfelder Klosters und das „Breviarium“ beschrieb den Besitz zur Zeit der Klostergründung, zu dem also auch Rothenstein damals gehörte.

 

Das Bervarium ist nur noch als Abschrift überliefert im Kopialbuch des Klosters Hersfeld, um 1150 (Staatsarchiv Marburg), Blatt 35 r, zweite und dritte Zeile von oben.

Rodostein


Brevarium-Seite-35

Brevarium sancti Lulli, Seite 35; Bild: 2micha – arranged by 2micha, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6077088

Oelknitz erstmals urkundlich erwähnt

1283

 

 

Ein Herr Conrad von Oblocewitz wird im Jahr 1283 in einer Lobdeburg-Leuchtenburgischen Urkunde erwähnt. Die Schreibweise für diesen „Ritter aus Oelknitz“ variiert in der Zeit zwischen Obliczewicz, Oblocewitz, Oblocuwicz und Oblokuiz.


Selbst in heutiger Zeit kann man zwei Schreibweisen antreffen, z.B. auf den Ortsschildern: Oelknitz und Ölknitz.

 

(Quelle: C. & F. Manthey: Reise aus der Vergangenheit. Ortsteil Oelknitz. 1283–2008.)

Neubaugründung der Rothensteiner Kirche

Februar 1437

 

Uhrenturm Kirche Rothenstein 

Eine steinerne Baugründungs-Inschrift aus dem Jahr 1437 zeugt von einem neuen Baubeginn der Kirche in Rothenstein. Mit einiger Sicherheit gab es auch schon einen älteren Vorgängerbau. Die spätgotische Pfarrkirche prägt noch heute mit ihrer hervorgehobenen Lage auf halber Höhe am Felsen das Ortsbild von Rothenstein und ist gleichzeitig ein schöner Blickfang von Oelknitzer Seite über die Saale hinweg.

 

(Foto: R.Schönherr)
 

Sterbejahr von Pfarrer Johann Vulpius 

18. April 1715

 

Der Magister Johann Friedrich Vulpius, geboren 1644 in Wormstädt, kam 1676 als Pfarrer nach Rothenstein und übte sein Amt hier 39 Jahre lang aus. Er verstarb am 18. April 1715. Johann Friedrich Vulpius war der Urgroßvater von Christiane Vulpius, der Gattin von Johann Wolfgang von Goethe. Eines der 11 Kinder des Rothensteiner Pfarrers war Christianes Großvater und auch er wurde getauft auf den Namen Johann Friedrich.


Ein Grabstein mit Inschrift in der Turmhalle erinnert noch heute an diesen langjährigen Pfarrer der Gemeinden Rotenstein u. Ölckenitz.

 

(Weiterlesen können Sie z.B. hier: Sigrid Damm – Christiane und Goethe, Insel Verlag, ISBN 345816912-1)

Schweres Saalehochwasser 

11. November 1890

 

Hochwasser 1890

Am 24. und 25. November 1890 kam es nach dreitägigen ergiebigen Regenfällen zu einem Dammbruch und schwerem Hochwasser. Große Teile von Oelknitz wurden bei dem Ereignis überflutet und zerstört. Dieses Jahrhunderthochwasser war ein Grund für spätere Planungen zu den Saale-Talsperren Hohenwarte und Bleiloch, die heute einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.

 

Eine Verleihungsliste des Herzogtums Sachsen-Altenburg für die „Medaille zur Erinnerung an erfolgreich geleistete Hilfe bei der Saale-Überschwemmung vom 24./25. November 1890“ (Erinnerungsmedaille Saalehochwasser 1890) nennt unter 39 geehrten Personen auch den Maurer Emil Hockstein aus Rothenstein und die Flößer und Wirtschaftsgehilfen Theodor Tänzer und Emil Tänzer aus Oelknitz.

Zusammenschluss von Rothenstein und Oelknitz

21. Juli 1965

 

Gemarkung-Trompete-Fisch

am 21.07.1965 beschloss der Kreistag des Rates des Kreises Jena im Bezirk Gera die Zusammenlegung der bis dahin unabhängigen politischen Gemeinden. Seitdem heißt die Gemeinde Rothenstein mit dem Ortsteil Oelknitz.

 

Damit war die Gemeindefusion von oben beschlossen und umgesetzt, aber sicher fiel es es den Bürgerinnen und Bürgern beider Ortsteile nicht leicht, sich daran zu gewöhnen und sich wirklich als ein Dorf zu fühlen.


 

B88 Tunnel durch den Trompeterfelsen

8. Januar 2022

 

Tunnel Nord Winter

Am 25. August 2022 ging mit der Eröffnung eines neuen, 385 m langen Tunnels durch den Trompeterfelsen eine vierjährige Bauzeit mit Umleitung der Bundesstraße durch Oelknitz zu Ende. Dank der neuen Umgehungsstraße und einer Investition von 58 Millionen € geht das Verkehrsaufkommen in Rothenstein stark zurück. Wo vorher täglich 18.000 Autos fuhren, ist jetzt eine ruhige Kreisstraße und damit die Chance für eine umfassende Neugestaltung der Ortsmitte in Rothenstein.

 

MDR Beitrag zur Tunneleröffnung