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Veranstaltungen & Aktuelles

November 2025 – Volkstrauertag 2025

Seit mehreren Jahren legt der Geschichts- und Heimatverein Rothenstein/Oelknitz e.V. Gebinde am Friedhof in Oelknitz nieder wie auch an den anderen Gedenkstätten unserer Gemeinde.
Am 16.11.2025 hatten sich wieder viele Mitglieder des Vereins und einige Gäste, darunter der Bürgermeister, am Gefallenendenkmal in Oelknitz eingefunden. Das Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege verbindet sich mit der aktuellen Situation, die von massiver Aufrüstung und Wiedereinführung der Wehrpflicht geprägt ist.

In der kurzen Rede des Vereinsvorsitzenden wurde auch darauf hingewiesen, dass durch die derzeit geplante militärische Wiedernutzung des Bunkers in Rothenstein auch die Angst in der Gemeinde wächst. Weiter ging es zu den Gedenksteinen in Rothenstein, wo an die Opfer beider Weltkriege aus diesem Teil unserer Gemeinde sowie an die Opfer des Stalinismus erinnert wurde.

Wegen des Wetters wurde auch dieses Jahr das Gebinde am Chattia-Stein unterhalb der Bastei bereits vor dem Volkstrauertag abgelegt. Der Stein erinnert an die Opfer des 1. Weltkrieges aus der studentischen akademischen Vereinigung „Chattia“, die eine enge Bindung an Rothenstein hatte und deshalb den Ort für ihre Erinnerungstafel auswählte.

Text: P. Seidel, Fotos: H. Benda, B. Merker

Oktober 2025 – Was uns historische Dorfordnungen heute noch sagen

Am 23.10.25 hatte der Geschichts- und Heimatverein Rothenstein / Oelknitz e.V. zu einem Vortrag mit dem Kreisheimatpfleger Hans-Jürgen Haase aus Altendorf eingeladen. Das Thema „Die Rothensteiner Dorfordnungen von 1480 und 1686“ klang sehr trocken, was aber die 30 Besucher letztlich nicht fanden, denn es gab viel Wissenswertes zu erfahren und Vergleiche zu heutigen Zeiten boten viel Diskussionsstoff!

Der Referent ordnete die Dorfordnung, die sogenannte „Dorfgewohnheit Rothensteins“ von 1480 als eine der ersten in Thüringen ein und erläuterte ihr Zustandekommen unter Berücksichtigung der Ansiedlung der aus dem zerstörten Rotensteinichen ins Unterdorf geflüchteten Bewohner. Die 25 Artikel regelten ab dem Mittelalter das Zusammenleben der Gemeindemitglieder im Dorf, die Rechte und Pflichten der Bauern und anderen Einwohner. Die Strafen bei Verstößen waren meistens festgelegte Geldbeträge.Interessant war dann auch der Vergleich mit der „Gemeindeordnung Altenbergaischer Gerichte“ von 1554, wo die festgelegten Bußen für die Vergehen in Mengen von Bier angegeben wurden. Diese wurden dann in der Gemeinschaft des Dorfes zusammen in der Gemeindeschenke (in Rothenstein war das der ehemalige Ratskeller) getrunken und trugen zur Festigung des Dorfverbandes bei. Das wurde dann übrigens auch in der späteren Dorfordnung von Rothenstein aus dem Jahre 1686 so gehalten, was auch für die Inflation des Geldes und die Entwicklung des Bierpreises in damaliger Zeit spricht.

Text: P.Seidel, Bild: I. Bohlmann, Quelle des kopierten Textes: ThULB Urmel THG_1870_Bd07

September 2025 – Dunkel war’s, der Mond schien helle…

als am 25.9.25 der Geschichts- und Heimatverein zu einer „nicht ganz ernst zu nehmenden“ Lesung mit Christina Möbius ins Sängerheim eingeladen hatte. Sie hatte eine Fülle von Gedichten und Geschichten zusammengestellt und nahm die Zuhörer mit auf die „Spachspielwiese“.
Von Klassikern wie Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz bis hin zu Franz Fühmann und den „Eulenspiegel“-Autoren Hansgeorg Stengel und Peter Eniskat wurde Nonsens vom Feinsten geboten.

Sprachspielereien von James Krüss, den einige nur von „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ kannten, ließen das Schmunzeln in Gelächter übergehen und manche der zungenbrecherischen Vorträge mit spontanem Beifall enden. Natürlich auch „Die Made“ von Heinz Erhardt fehlte nicht und rundete einen heiteren Wohlfühlaben

d ab. Herzlichen Dank für viele Gründe mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen!

Mai 2025 – Wander-Exkursion nach Rotensteinichen: Ein Nachmittag voller Geschichte und heiterer Rivalität

Was gibt es Schöneres, als an einem sonnigen Sonnabendnachmittag die Wanderschuhe zu schnüren und sich auf den Weg zu machen? Am 24.Mai, pünktlich um 13:30 Uhr, starteten zwölf wanderbegeisterte Teilnehmer an der Dorflinde in Rothenstein ihre Tour Richtung Rotensteinichen – begleitet von strahlendem Sonnenschein. Der Weg führte uns vorbei an der Karolinenbank, den geheimnisvollen Schwindelhöhlen und der Bastei, wo natürlich eine kleine Rast eingelegt wurde, um die – wohl beste – Aussicht der Welt zu genießen. Unser Ziel: der Treffpunkt „Burgenblick“. Doch diese Exkursion war etwas ganz Besonderes, denn sie war die erste ihrer Art! Zur gleichen Zeit machten sich nämlich Mitglieder des Altendorfer Feuerwehrvereins sowie interessierte Altendorfer in ihrem Heimatort auf den Weg. Wer nicht mehr so gut zu Fuß war, brauchte sich nicht zu ärgern, denn auch dafür wurde durch eine Art „Taxi“ gesorgt und die Personen wurden zum „Burgenblick“ gefahren. Außerdem gab es noch eine Gruppe, die ihren eigenen Weg zum „Burgenblick“ wählte und erst dort zum Rest dazugestoßen ist.

Ein historisches Treffen mit einer überraschenden Entdeckung
Am Burgenblick, nahe der Wüstung Rotensteinichen, trafen beide Gruppen zusammen. Dort ließ der Kreisheimatpfleger Hans-Jürgen Haase den jahrhundertealten Streit zwischen Altendorf und Rothenstein um die Wüstung noch einmal lebendig werden. Als besondere Überraschung präsentierte er einen neu entdeckten Lagestein aus dem Jahr 1577, der erst kürzlich in der Flur gefunden worden war.

Freundschaftliche Rivalität und ein alter Trick
Die humorvolle Rivalität zwischen den beiden Dörfern war an diesem Nachmittag eines der beliebtesten Gesprächsthemen. Und natürlich wollten die Altendorfer diesmal nicht als „Verlierer“ dastehen – kurzerhand kopierten sie einen alten Rothensteiner Trick und streuten Altendorfer Erde aus, um ihren Anspruch auf die Wüstung zu untermauern. Ob wohl einige Rothensteiner vorsorglich ein wenig heimische Erde im Schuh versteckt hatten, um stets auf „eigenem Grund“ zu stehen?

Gemütlicher Ausklang bei Kaffee und Kuchen
Nach der historischen Betrachtung klang der Tag bei Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen aus – ein herzliches Dankeschön an die Backfrauen des Geschichts- und Heimatvereins! Ebenso gilt unser Dank dem Altendorfer Feuerwehrverein für die Bereitstellung von Tischen und Bänken. Eines steht fest: Diese Wanderung sollte ein fester Bestandteil unseres Veranstaltungskalenders werden!

Mai 2025 – Ornithologische Exkursionen am 11. Und 12. Mai

Bei der vom Geschichts- und Heimatverein Rothenstein / Oelknitz e.V. organisierten Veranstaltung am 24. April mit dem Hobby-Ornithologen und Hobby-Fotografen Samuel Beyertt aus Rothenstein gab es ein Angebot zu kleinen Exkursionen durch das Naturschutzgebiet, die am 11. und 12. Mai durchgeführt wurden.

Die interessierten Teilnehmer erfuhren viel über die artenreiche Vogelwelt in unserer Gegend. Viele Arten waren zu hören und einige konnten entdeckt oder sogar fotografiert werden.

Wie man mit einer Handy-App die Vögel bestimmen kann, wurde anschaulich demonstriert.

April 2025 – „Die Vögel in und um Rothenstein“

Wie es schon in dem Pionier-Lied aus der DDR-Zeit heißt „Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer, unsere Heimat sind auch … die Vögel in der Luft…“! Also hatte der Geschichts- und Heimatverein Rothenstein/ Oelknitz e.V. am 24. April zu einer Veranstaltung mit dem Hobby-
Ornithologen und Hobby-Fotografen Samuel Beyertt aus Rothenstein eingeladen und mit 40 Interessenten war das Sängerheim sehr gut gefüllt.

Der Bezug zum Sängerheim wurde vom Referenten zu Beginn sehr schön hergestellt, denn die Intarsien eines Schrankes zeigen Kraniche, die aber leider (noch) nicht zu den hier vorkommenden Arten gehören.

Aus einer langen Liste der in unserer Umgebung zu beobachtenden und zu hörenden Arten wurden dann einige in Bild und Ton ausführlich vorgestellt. Dabei wurden die Unterschiede zwischen ähnlichen Vögeln sehr gut illustriert bzw. an den ihren Rufen erläutert. Danach gab es ein Quiz, bei dem Vogelfedern den Arten zugeordnet werden sollten, was großen Anklang fand.

Zum Abschluss dann noch ein Video mit sehr schönen Aufnahmen und die Beantwortung von Fragen der Gäste – insgesamt eine sehr gut gelungene Veranstaltung, die durch das Angebot einer Exkursion ins Naturschutzgebiet „Schießplatz Rothenstein“ zur Vogelbeobachtung ergänzt werden soll.

Februar 2025 – Jugendleben vor mehr als 100 Jahren

Am 20. Februar fand – unter reger Beteiligung – die zweite Veranstaltung des Geschichts- und Heimatvereins in diesem Jahr statt. Der Abend stand unter dem Motto „Historische Mädchen- und Burschenvereine“ in unserer Gemeinde. Das Ehepaar Manthey hatte in mühevoller akribischer Arbeit viele alte Fotografien und Zeitungsinserate gesichtet. Daraus erarbeiteten sie ein neues Buch, aus dem Bilder und kleine Passagen vorgetragen wurden, um unsere Leselust zu erwecken.

Burschenvereine (auch als Burschenschaften, Junggesellenvereine oder Dorfjugend bezeichnet) sind Organisationen lediger, zumeist junger Männer innerhalb eines Dorfes und haben mit studentischen Burschenschaften nichts zu tun. Sie dienen seit dem 19. Jahrhundert der Pflege von Tradition, Brauchtum und Geselligkeit. Organisiert werden Tanzveranstaltungen, Dorffeste, Faschings- bzw. Karnevalsbälle aber auch interne Feste wie Fahnenweihe, Hochzeitsbaumaufstellen und Burschenein- bzw. ausstand.
Für die unverheirateten jungen Frauen gab es parallel Mädchenvereine (auch Jungfrauenvereine oder Dirndlschaften genannt). So wurden spezifische oder auch gemeinsame mit den Burschenvereinen Veranstaltungen organisiert. Erst nach dem 1. Weltkrieg und in der Weimarer Republik wurde die Gleichberechtigung der Frauen und Mädchen in der Gesellschaft merklich gefördert.

Erstaunlicherweise kam auch in diesem Zusammenhang die „kleine“ Rivalität zwischen Rothenstein und Oelknitz wieder ans Tageslicht. Beide Ortsteile hatten zur Blütezeit der Burschenvereine aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen Thüringer Ländern auch ihre jeweils eigenen Mädchen- und Burschenvereine. Um die Konkurrenz vielleicht doch zu beleben, wurden wohl häufiger Tanzveranstaltungen im Abstand von einer Woche von den Burschenvereinen beider Ortsteile abgehalten.
Manches ist aus heutiger Sicht sicher erstaunlich, beispielsweise das Engagement der jungen Leute nach einem mindestens 10-stündigen Arbeitstag! Andererseits entdeckt man viele Gemeinsamkeiten mit jungen Leuten zu jeder Epoche – es wird viel und gern getanzt, gut gegessen und viel getrunken. Man versucht, den Problemen zu entfliehen und mit Gleichgesinnten zu reden und zu feiern!

Mädchen- und Burschenvereine sind also historisch gesehen die Vorläufer der heutigen Jugendklubs, von denen unsere Gemeinde ebenfalls einen aktiven besitzt. Mögen wir unserem Jugendklub wünschen, er findet die Kraft genauso wie seine Vorgänger viele junge Leute für sich zu begeistern!
Das Buch von Chris und Fred Manthey „Mädchen- und Burschenvereine in Rothenstein und Oelknitz“ ist übrigens zum Preis von 6,50 € bei den Autoren und auch bei den kommenden Veranstaltungen des Geschichts- und Heimatvereins erhältlich.

Text: S. Ringmayer, P. Seidel; Fotos: H. Benda, B. Merker

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